1987 Gründung des Fördervereins
mit dem Ziel eine Freie Alternativschule
in Köln aufzubauen. Gründungsmitglieder waren neben
StudentInnen, LehrerInnen, auch Eltern.
Erarbeitung des pädagogischen Konzeptes, Vorbereitung des
Antrages,
Öffentlichkeitsarbeit, Gründung des Trägervereins.
1989 Antragsstellung beim RP Antwerpes
Antrag auf Genehmigung einer Schule in freier Trägerschaft
mit einem besonderen pädagogischen Konzept
August 1990 Eröffnung des Schulbetriebes in 2 Räumen der Alten Feuerwache,
2 Schülerinnen und 1 Schüler, 1 Schüler ist später
im Schuljahr noch eingestiegen.
Eine Zusage oder Ablehnung der Genehmigung durch die Behörden
lag nicht vor. Die LehrerInnen arbeiteten ehrenamtlich.
Die Bußgeldverfahren wegen Verletzung der Schulpflicht
durch den Besuch einer nicht genehmigten Schule endeten mit
einer Art Freispruch, da ja noch keine Entscheidung vorlag,
dennoch kam es wiederholt zur Verhängung von Bußgeld.
Der Besuch des Ordnungsamtes und die Androhung von Polizeieinsatz
wurde in der Presse gemeldet und daraufhin wollte auf Anfragen
von ReporterInnen niemand in den Behörden für diese
Aktion die Veran-
twortung übernehmen (es gab keinen Auftraggeber , der die
Beamt-
Innen geschickt hatte).
Schließlich erhält die Schule 1990 die Ablehnung
des Genehmigungs-
antrages und klagt beim Verwaltungsgericht Köln dagegen.
Als Gründe für die Ablehnung wurde angegeben: - dass
die Freie Schule keine Noten gibt - dass es keine Fachleistungsdifferenzierung
geben sollte - dass die wirtschaftliche Gleichstellung der LehrerInnen
nicht gewährleistet sei - das pädagogische Konzept
dem staatlichen Schulsystem nicht gleichartig sei (vgl. Hentig
Gleichwertigkeit und Gleichartigkeit).
1991 kommen 6 neue SchülerInnen,
insgesamt besuchen 9 SchülerInnen
die Freie Schule.
Im LehrerInnenteam wird das pädagogische Konzept im 2.
Jahr reflektiert und darausfolgend eine stärkere Strukturierung
des Tagesablaufes beschlossen. Dies entspricht zu einem Teil
den Wünschen und Vorstellungen der SchülerInnen und
Eltern. Schüleraussage:
"Ich möchte wissen, wann ich Pause habe." Lernen
wird verbindlicher und selbstverständlicher, wenn klarer
ist, wann was stattfindet.
Mit dieser Entscheidung wendet sich die Freie Schule zunehmend
vom Prinzip der freiwilligen Unterrichtsteilnahme ab.
Das Gehalt der LehrerInnen liegt bei 5 DM die Stunde. Die Eltern
arbeiten engagiert in der Schule mit (Elternangebote, Übernahme
von Aufgaben der "Organisation").
1992 Umzug in größere Räume
in der Venloerstr. 725
1993 Die 1. Gerichtsverhandlung in Köln endet mit einem Vergleich.
Die Genehmigung scheint bevor zu stehen. Verhandlungen mit dem
Kulzusministerium führen jedoch nicht weiter und kommen
schließlich auf der Seite des Kultusministeriums zum Stillstand.
Die gerichtlich verordnete Einigung kommt nicht zustande. Die
Freie Schule wird unterstützt von Manfred Borchert vom
Bundesverband
der Freien Alternativschulen (FAS), und dem Anwalt, der auch
die Genehmigung der Freien Schule Bochum erstritten hat. Von
Seiten der Stadt Köln gibt es nur von den Grünen Zustimmung
und Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Schulgebäude
durch Anträge und Anfragen im Schulausschuss der Stadt
Köln. Auch die Genehmigung wird vom RP nicht befürwortet.
1994 besuchen 8 Schülerinnen und
11 Schüler die Freie Schule.
Die Schule kann die Miete und sonstigen Kosten nicht mehr tragen,
da es keinerlei finanzielle Unterstützung durch Stadt oder
Land gibt.
Es gibt Unstimmigkeiten zwischen einem Teil der Eltern und den
LehrerInnen darüber, wie weiter vorgegangen werden soll,
ob es - überhaupt sinnvoll ist, die Genehmigung anzustreben.
Aufgrund des "illegalen" Status und - der darausfolgenden
Unsicherheit über die Zukunft der Schule melden sich nur
wenige neue - SchülerInnen an.
Eltern und LehrerInnen entscheiden sich für die Schließung
der Freien - Schule zu den Herbstferien im September 1994.
Die SchülerInnen wechseln auf staatliche Schule (Gesamtschulen,
Hauptschule, Gymnasium).
Januar 1995 Es kommt überraschend zur 2. Gerichtsverhandlung vor dem Verwaltungsgericht in Köln.
Der Freien Schule Köln wird die Genehmigung in einem Vergleich
zwischen der Schule und dem Kultusministerium zugesprochen.
Das Kultusministerium hat der Freien Schule Köln die Genehmigung zu
erteilen,
wenn die Bedingungen, die auch für die Freie Schule Bochum
gelten, erfüllt werden (Noten ab der 9. Klasse, Fachleistungsdifferenzierung
in einer besonderen Form, die Zusicherung sich am Konzept der
FS Bochum zu orientieren).
Die Vorbereitungen für die Eröffnung der genehmigten
Freien Schule beginnen:
Reflexion der bisherigen Arbeit der Freien Schule mit dem alten
Team
und einem Teil der Eltern, eine Pädagogin aus dem alten
Team und ein neuer Lehrer machen weiter, erneute Antragstellung
der Genehmigung,
Überarbeitung des päd. Konzeptes, Suche nach Räumen
und Verhand-
lungen mit der Stadt Köln, Suche nach zwei weiteren LehrerInnen
und Öffentlichkeitsarbeit um SchülerInnen für
die neue 5. Klasse zu finden.
August 1995 Die Freie Schule Köln eröffnet mit 11 SchülerInnen in der neuen
5. Klasse in Räumen der Stadt Köln in der Turmstraße
in Nippes.
Ein neues LehrerInnen Team hat sich gefunden, die Räume
wurden
bei der Stadt Köln angemietet, die nun bereit war die genehmigte
Schule zu unterstützen.
August
1996 Die Freie Schule erhält die
so genannte endgültige Genehmigung,
die das Recht auf Abschlussvergabe (ohne Prüfung) und voller
(90%)
Bezuschussung beinhaltet.
1997 besuchen 38 SchülerInnen
die Freie Schule, und die Schule zieht -
nach einigen Verhandlungen mit der Stadt - in ein ehemaliges
Schul-
gebäude in der Bernhard- Letterhaus Straße, wo die
Freie Schule auch bleiben kann und möchte. (Umzug war nötig,
weil die Schule für Musik und Tanz in der Turmstraße
untergebracht werden sollte. Die Bernhard-Letterhaus-Str. war
schon 1995 ein Wunschgebäude der Freien Schule gewesen,
was von der Stadt jedoch abgelehnt wurde... ).
2001 Zum ersten Mal verlässt eine
10. Klasse die Schule. Von 12 SchülerInnen wechseln
5 SchülerInnen in die Oberstufen von Gesamtschulen und
Gymnasien.
2005
10-jähriges Jubiläum der Schule (siehe Archiv)
2007
Zum ersten Mal findet an der Freien Schule Köln ein Treffen des
Bundesverbandes der Freien Alternativschulen statt (für alle Sekundarstufenschulen).