Leitbild der Freien Schule Köln

Die Freie Schule Köln ist eine Gesamtschule in freier Trägerschaft. Sie bietet Freiräume, in denen die Schülerinnen und Schüler ihren eigenen Lernweg finden können und ihre persönlichen Bedürfnisse und Neigungen ernst genommen werden.

Kleine Klassen und Lerngruppen mit einem günstigen Schüler-Lehrer-Verhältnis ermöglichen das Eingehen auf jedes Kind und eine individuelle Förderung. Nicht Konkurrenz und Ellenbogenmentalität, sondern das Miteinander, die Teamarbeit und die Freude an der eigenen Leistung und Kreativität sind uns wichtig.
Seit dem Beginn der Freien Schule Köln im Jahre 1990 hat sie ihr pädagogisches Konzept ständig weiterentwickelt. Im Vordergrund stehen hierbei immer die Fragen, welche Freiheiten für die Kinder und Jugendlichen möglich sind, unter welchen Bedingungen sich der hohe Anspruch einer Pädagogik der Freiheit, Geborgenheit und Verantwortung umsetzen lässt und welche Lernformen die Freiheit der Eigentätigkeit fördern.

I. Eigene Wege im demokratischen Miteinander

In der Freien Schule Köln lernen Kinder und Jugendliche, ihre Interessen zu vertreten und Verantwortung zu übernehmen. Wir legen Wert auf einen respektvollen Umgang miteinander. Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte gestalten die Schule gemeinsam.

In den Morgenrunden und den wöchentlichen Schulversammlungen können die Schülerinnen und Schüler Vorschläge und Kritik äußern, Probleme besprechen, gemeinsame Vorhaben planen und Beschlüsse fassen. Dabei ist es wichtig, einander zuzuhören und sich gegenseitig ernst zu nehmen. In der Streitschlichtung wird geübt, bei Konflikten zu vermitteln und eine gemeinsame Lösung zu finden.
Auf eine gute Verständigung und eine starke Mitbestimmung legen wir Wert. Dabei sind die kurzen Wege an unserer kleinen Schule von Vorteil. So ist in unserer Schulkonferenz jede Klasse durch ein Kind und ein Elternteil vertreten. Alle Eltern sind zudem durch die Mitwirkung an Arbeitskreisen an der Gestaltung des Schullebens beteiligt.

II. Schule als gemeinsamer Lern- und Lebensort

Die Freie Schule Köln bietet Geborgenheit in kleinen Klassen und in einer starken Schulgemeinschaft. Alle Schülerinnen und Schüler sollen hier angstfrei lernen können. Zugleich sind wir jedoch nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort vielfältiger Erfahrungen.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernen, reden, spielen, essen und feiern bei uns gemeinsam. Dafür können wir uns als Ganztagsschule viel Zeit nehmen. Zum alltäglichen Schulleben gehört auch, dass man beim Tischdienst hilft, zusammen das Klassenzimmer streicht oder in einer Patenschaft Verantwortung für Jüngere übernimmt.
Druck durch Noten und Sitzen bleiben gibt es bei uns in den ersten Jahren nicht. Wir lassen uns Zeit mit der Entscheidung, welcher Schulabschluss für ein Kind geeignet ist.
Bei der Zusammensetzung der Klassen achten wir auf ein ausgewogenes Verhältnis von Leistungsstärkeren und Leistungsschwächeren sowie von Mädchen und Jungen. Kinder aller gesellschaftlichen Schichten und unterschiedlichster Herkunft sind bei uns willkommen.

III. Vielfalt der Lernformen

An der Freien Schule Köln bevorzugen wir Lernformen, die die Eigentätigkeit der Kinder und Jugendlichen ermöglichen, ihre Zusammenarbeit untereinander und ihre Selbstständigkeit fördern. Jede Schülerin und jeder Schüler erhält individuelle Zuwendung, Förderung und Beratung.

Neben dem Fachunterricht finden sich im Stundenplan Übungsstunden, Projekte und Wahlfächer. Im Anschluss an den Unterricht werden Clubs angeboten, die die Schülerinnen und Schüler freiwillig besuchen können. Gelernt wird im Klassenverband und in nach Neigung oder Leistung getrennten Kursen, häufig fächer- und jahrgangsübergreifend. Projektwochen, Praktika, Ausflüge und Klassenfahrten sind bei uns wichtige Bestandteile des Unterrichts. Die Hausaufgaben können in den unteren Klassen unter Aufsicht in der Schule erledigt werden.
Bei der Auswahl der Unterrichtsinhalte können die Schülerinnen und Schüler in vielen Bereichen mitbestimmen. Grundlage sind jedoch die nordrhein-westfälischen Lehrpläne.
Die Kinder und Jugendlichen lernen, ihr eigenes Verhalten und ihre Lernerfolge einzuschätzen sowie Rückmeldung zum Unterricht zu geben. In regelmäßigen Gesprächen und ausführlichen Lerndokumentationen erhalten sie und ihre Eltern von den Lehrerinnen und Lehrern Auskunft über ihren Lernstand, ihre Stärken, Schwächen und Möglichkeiten. In den oberen Klassen erhalten die Schülerinnen und Schüler als Vorbereitung auf ihren Schulabschluss Notenzeugnisse.


beschlossen von der Schulkonferenz am 05.07.2010, zuletzt geändert durch die Schulkonferenz am 17.06.2013