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... wenn die Seele saufen geht oder: wer nicht verrückt ist, ist nicht normal

Jedes Jahr bringt unsere 10. Klasse ein Stück auf die Bühne. Die Aufführungen finden immer im Bürgerzentrum Alte Feuerwache statt.

Inhalt: Das Stück spielt in einem Theater. Nicht dort, wo die Scheinwerfer strahlen, sondern dort, wohin ihre Schatten fallen, hinter den Kulissen.

Das Theater hat schon bessere Zeiten gesehen. Der Portier weiß das, er hat sie noch erlebt, die großen, glanzvollen Produktionen. Heute ist nichts mehr davon übrig. Der Putz blättert, die Beleuchtung flackert, der Vorhang ist zerschlissen. Produktionen mit großem Orchester gibt es längst nicht mehr. Auf dem Spielplan stehen Boulevard-Komödien. Die Besetzung ist drittklassig. Nur die Leute hinter der Bühne sind geblieben. Sie sind gestrandet: die alternde Chansonette, die gescheiterte Operndiva, die Stripperin, die Kleptomanin, der Alkoholiker, das verkannte Genie, und so weiter. Sie arbeiten als Putzfrauen, Näherinnen, Bühnenarbeiter, Requisiteur, … Auch wenn es niemand zugibt, heimlich hängen sie alle ihrer erfolgreichen Vergangenheit nach.

Der Alltag sieht jedoch anders aus. Man hat sich damit arrangiert, aber nicht abgefunden, denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und vielleicht schafft ja doch irgendwann irgendjemand den Schritt (zurück) ins Rampenlicht.

 

 



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